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Cocktailbar daheim

Was brauche ich alles?

Schon seit einigen Jahren halten sich die Barkultur und das Mischen von Cocktails hartnäckig im Trend. Dabei geht es nicht um schäbige Theken und billige Säfte, sondern vor allem um den gehobenen Lifestyle. Wer seine Gäste selbst einmal mit einem echten Cocktail-Erlebnis überraschen möchte, sollte sich über die Einrichtung einer kleinen Hausbar Gedanken machen.

Brauche ich eine Hausbar oder reicht die Küche, ist wohl die wichtigste Frage für jeden, der sich eine Cocktailbar einrichten möchte. Grundsätzlich gilt: Eine echte Hausbar ist nicht zwingend nötig. Viele Küchen besitzen von vornherein eine kleine Theke mit Hockern, die schon an eine Bar erinnern. Kleine Bartische gibt es in den üblichen Möbelhäusern schon für wenig Geld.

Sich eine luxuriöse Bartheke in großem Stil zu gönnen, ist natürlich möglich, aber trotzdem keine Notwendigkeit. Denn am Ende garantiert auch der beste Tisch keinen guten Cocktail: Viel wichtiger sind die Qualität der Spirituosen und die richtige Ausrüstung.

Welches Equipment ist nötig?

  • Cocktailshaker

Der richtige Cocktailshaker ist das wichtigste Tool für die eigene kleine Bar. Hier können die Zutaten emulgiert, gekühlt und je nach Cocktail auch verdünnt werden. Für Anfänger ist dabei der sogenannte Cobbler Shaker die optimale Wahl. Er besteht aus einem Unterteil, einem Zwischenaufsatz mit Sieb und dem Deckel. Das integrierte Sieb macht sich besonders gut zum direkten Ausgießen ins Glas und erzeugt einen angenehmen Schaum.

Professionelle Barkeeper verwenden öfter das Modell des Boston Shakers, der aus zwei großen Bechern besteht. Meistens ist dieser Shaker aus Edelstahl und Glas gefertigt. Die beiden Becher werden schräg ineinander gesteckt, was die Handhabung für Laien etwas erschweren kann.

  • Rührglas und Barlöffel

Ein weiterer ausschlaggebender Teil des Bar-Equipments ist das Rührglas. Barkeeper geben in diese Gläser alle Zutaten für einen Drink, füllen das Glas dann bis oben mit Eiswürfeln auf und rühren das Getränk mithilfe eines Barlöffels eiskalt. Wichtig ist das Rührglas besonders für Cocktails, die keine Emulsion benötigen und vorrangig aus Spirituosen bestehen.

  • Jigger

Als Jigger bezeichnet man den Messbecher, mit dem die Zutaten für einen Drink abgewogen werden können. Er ist in den unterschiedlichsten Formen und Materialien erhältlich. Für die Balance eines Cocktails ist der Jigger deshalb wichtig, weil der Geschmack in vielen Fällen von einem einzelnen Milliliter abhängig sein kann.

  • Strainer

"Strainer" ist das englische Wort für ein Barsieb. Der grob perforierte Hawthorne Strainer wird beispielsweise bündig auf einen Cocktailshaker gesetzt und fängt von dort aus Kerne oder Fruchtfleischreste auf. Der Julep Strainer hingegen ähnelt einem großen Metalllöffel mit zahlreichen kleinen Löchern und wird meistens für Rührgläser benutzt.

Weitere sinnvolle Anschaffungen

Neben diesen vier Must-Haves gibt es noch weitere Tools, die die Arbeit in der Hausbar erleichtern können. So werden mit einem Stößel, im englischen Raum auch als Muddler bezeichnet, Früchte und Kräuter am Boden eines Glases zerdrückt. So können Barkeeper Flüssigkeiten und ätherische Öle freisetzen, die dem Drink ein ganz besonderes Aroma verleihen. Aus dem bereits bestehenden Hausgebrauch können außerdem Sparschäler und Zitruspresse in die Cocktailbar übernommen werden, um sich um Obst und frische Säfte zu kümmern.

Grundausstattung: Getränke, Spirituosen und Co

Spirituosen

Wie der Name schon sagt, dreht sich in einer Cocktailbar natürlich alles um die Wahl der richtigen Spirituosen. Am besten werden diese genau wie die Filler und Dekorationen frisch gekauft, immer davon abhängig, welche Drinks geplant sind. Einige Spirituosen bilden jedoch das Fundament einer jeden Bar, denn sie werden am häufigsten für Cocktails genutzt.

  • Rum: Rum besteht aus aus Zuckerrohr und findet sich in Cocktails wie Mojito, Daiquiri und Mai Tai. Wer braunen Rum kauft, sollte besonders darauf achten, dass die Farbe wirklich durch lange Lagerung zustande gekommen ist und nicht nur durch Einfärbung mit Zuckercouleur.
  • Gin: Er bildet die Basis zahlreicher Klassiker wie Gin Tonic und Martini und gehört deshalb in jede Hausbar. Um einen hochwertigen Qualitätsstandard zu erfüllen, sollte der Gin drei- bis vierfach gebrannt sein.
  • Whiskey: Cocktails sind vor allem Rye Whiskey und Bourbon Whiskey zu empfehlen. Diese Spirituosen werden für Drinks wie Whiskey Sour, Old Fashioned und Manhattan eingesetzt.
  • Wodka: Ähnlich wie bei Gin ist der Wodka hochwertiger und reiner, je öfter er gebrannt worden ist. Für das Mixen von Cocktails eignet sich Premium Wodka am besten. Er wird zum Beispiel für Cosmopolitan, Bloody Mary oder White Russian genutzt.
  • Tequila: Ein guter Tequila sollte zu 100 % aus Agave bestehen. Zum Mischen wird am besten die Qualitätskategorie Reposado genutzt. Das Resultat können Party-Klassiker wie Tequila Sunrise oder Margarita sein.
  • Weitere Spirituosen für die Hausbar können Cognac, Brandy oder Wermut sein.

Filler und Dekoration

Als Filler bezeichnet man ein meist kohlensäurehaltiges Getränk, mit dem der Cocktail aufgefüllt wird. Dabei kann es sich zum Beispiel um Soda, Tonic Water, Sekt oder Bier handeln. Für spontane Feiern und Besuche sollte immer ein kleiner Vorrat an Fillern im Schrank stehen.

Viele Cocktailrezepte fordern außerdem Zuckersirup oder sogenannten "Simple Syrup". Diesen gibt es im Supermarkt, er kann aber auch selbst hergestellt werden. Dafür werden Wasser und Zucker im Verhältnis von 1:1 auf ungefähr zwei Drittel eingekocht.

Zuletzt sind Kräuter, Obst und Gemüse wichtig für die Dekoration des Cocktails und für zusätzliche Aromen. Jeder kennt die übliche Zitronen-, Limetten- oder Orangenscheibe als Garnitur am Glasrand. Kräuter können in abgepackter Form gekauft werden, frischer ist aber ein kleiner Kräutergarten auf der Terrasse oder zumindest ein Blumenkasten in der Küche.

Welches Glas eignet sich?

  • Klassische Cocktailgläser

Das klassische Cocktailglas ist der sogenannte Tumbler mit seiner runden Form und dem dicken, schweren Boden. Er wird für alle auf Eis servierten Drinks wie Sours oder Shrubs verwendet. Außerdem gibt es das längliche Highball-Glas, das für jegliche Arten von Longdrinks eingesetzt werden kann. Vor allem Cocktails, die mit Fillern aufgegossen werden, sehen am ansprechendsten in einem Highball Glas aus.

  • Kleine Cocktailgläser

Besonders durch den Vintage-Charme älterer Filme ist die Coupe oder Coupette in Mode gekommen. Diese Cocktailschale wird für alle Drinks eingesetzt, die "straight up" serviert werden, also kalt, aber ohne zusätzliches Eis. Das betrifft unter anderem den Martini und den Daiquiri. Ein anderes kleines Glas ist das Likörglas, in das nur vier bis sechs Zentiliter passen. Es wird zum puren Trinken von Spirituosen wie Whiskey oder Rum benutzt. Durch seine bauchige, nach oben verengte Form können sich die Aromen besser bündeln.

Das Problem mit den Eiswürfeln

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Eis für die eigene Cocktailbar herzustellen. Die herkömmliche Variante sind natürlich die Eiswürfelformen, in denen Wasser eingefroren wird. Hier sollte im besten Falle destilliertes oder abgekochtes, noch heißes Wasser verwendet werden, das dann direkt in den Tiefkühler kommt. So behalten die Eiswürfel eine reine, ungetrübte Farbe. Wer es etwas luxuriöser mag, kann sich eine Eiswürfelmaschine kaufen, die einen eigenen Wassertank besitzt. Heutzutage gibt es sogar Maschinen, bei denen die Größe der Würfel eingestellt werden kann.

Die selbst hergestellten Eiswürfel sollten nach und nach auf Vorrat eingefroren werden. Dafür eignen sich Gefrierbeutel im Tiefkühlfach. Eine Lagerung bei Temperaturen von etwa -20 Grad ist empfehlenswert, damit das Eis im Getränk später nicht zu sehr wässert und länger hält. Die Ausnahme bilden alkohollastige Drinks mit einem hohen Spirituosenanteil: Hier wird Crushed Eis verwendet, das schneller schmilzt und den Cocktail etwas entkräftigen kann.

Beispielrezepte für die Hausbar

  • Mojito

Zutaten: eine Limette, acht Blätter Minze, 2 TL brauner Zucker, 4 EL Crushed Ice, 5 cl weißer Rum, 6 cl Soda

Der Mojito ist der Sommerklassiker schlechthin, der für abendliche Erfrischung sorgen kann. Dafür wird zunächst die Limette gewaschen und in Achtel geteilt. Die Stücke werden zusammen mit den Minzblättern durch einen Stößel leicht zerdrückt. Anschließend kommen Zucker, Crushed Ice und weißer Rum hinzu. Empfehlenswert sind zum Beispiel Bacardi oder Havana Club. Nach dem Aufgießen mit dem Soda kann der Mojito mit Limettenscheiben und Minze garniert werden.

  • Cosmopolitan

Zutaten: 3 cl Wodka, 1 cl Limettensaft, 1 cl Cointreau, 2 cl Cranberry Mixer, 4 Eiswürfel

Wer es etwas gehobener mag, mixt sich den klassischen Cosmopolitan. Das geht ganz einfach: Alle Zutaten werden gemeinsam in den Cocktailshaker gegeben und kräftig durchgeschüttelt. Das Martiniglas darf währenddessen kurz in der Kühltruhe anfrosten, danach wird der Rand mit Limetttenschale abgerieben. Der Cosmopolitan muss nun nur noch abgeseiht und ins Glas gefüllt werden. Für die Dekoration eignen sich eine Limettenspalte oder eine Cocktailkirsche.

Fazit

Für eine Cocktailbar im eigenen Heim muss nicht zwingend eine teure, vielfältig ausgestattete Bartheke her. Viel wichtiger ist die Auswahl des richtigen Equipments und der Kauf hochwertiger Spirituosen. Die wichtigsten Bar-Utensilien sind der Cocktailshaker, das Rührglas, ein Messbecher und ein Barsieb; während bei den Spirituosen Rum, Gin, Whiskey, Wodka und Tequila sehr hoch im Kurs stehen. Nicht fehlen dürfen außerdem die Filler, Obst und Kräuter. Die Gläser und die Wahl des richtigen Eises variieren je nach Verwendungszweck.

Quellen:

https://www.springlane.de/magazin/hausbar-grundausstattung/
https://gentleman-blog.de/grundausstattung-bar-sprituosen/