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Der Neujahrsvorsatz, oder was wir uns vornehmen und nicht einhalten

Jedes Jahr zu Silvester haben wir die besten Vorsätze für das neue Jahr und jedes Jahr scheitern wir an den meisten...

„… And I’m doing what I can… to be a better man“ – Robbie Williams Lied „Better Man“ erinnert mich jedes Silvester ans Neue daran, was wir uns alle fürs nächste Jahr vornehmen. Wir werden schlanker, sportlicher, geduldiger und vorbildlich gute Menschen sein – zumindest in unseren Gedanken. Neujahrsvorsätze in allen Ehren, für mich gehört die Vorfreude auf mein neues Ich genauso zur Weihnachtszeit wie Kekse, Kerzen und „Last Christmas“. Weniger schön ist die Ernüchterung, die meist schon am 01.01. folgt – nach einer durchgefeierten Nacht ist die Versuchung, eine fette Pizza zu bestellen und ungestyled und mürrisch vorm Fernseher zu liegen, aber auch besonders groß.
Um dieser Enttäuschung zu entgehen, habe ich meine Neujahrsvorsätze heuer auf ein Minimum zurückgeschraubt. Ich denke diesmal nicht in Entbehrungen sondern in Belohnungen und positiven Bestätigungen – natürlich auch auf der Fashion-Ebene. Beispielsweise habe ich zu Weihnachten eine wunderbare Jogginghose mit Lederapplikationen bekommen (danke für diese unauffällige Anspielung, liebe Mama) und kann es kaum erwarten, sie auszuführen. Ich habe mir für meine körperliche Betätigung im neuen Jahr allerdings nicht das klassische, schweißtreibende und nervenaufreibende Programm im Fitnessstudio ausgesucht, sondern mich für einen Tanzkurs angemeldet! Sport ist nie zielführend, wenn man ihn aus Zwang macht; die einzige Bewegung, bei der man bleibt, ist die auf die man sich im Vorhinein freut, und nicht jene, deren einzige Freude es ist, wenn man sie hinter sich hat. Als ein weiteres Fashion-Zuckerl habe ich mir im Xmas-Sale bauchfreie Tops bestellt… Nichts ist motivierender, als seinen Fortschritt bereits während dem Training beobachten zu können!

Wer etwas mehr als die Weihnachtspfunde loswerden möchte, sollte nicht einfach drauflos fasten, sondern zuerst das Internet durchforsten – mittlerweile gibt es für jeden Typ und Lebensstil die passende Ernährungsumstellung. Besonders im Trend sind momentan Hollywood-Diäten a la David Kirsch oder die mediterrane Diät für Schlemmermäulchen – letztere verspricht einen Gewichtsverlust ohne Entbehrungen.
So sehr ich Mode und Sport (… manchmal!) liebe, diese Dinge sind bei weitem nicht das einzige, die ein gutes Auftreten ausmachen.
Da Schönheit ja bekanntlich von innen kommt, habe ich beschlossen, mir dieses Jahr allgemein mehr Zeit für mich, meinen Körper und meine Psyche zu nehmen. „Keine Zeit“ um in Ruhe einen Café zu trinken, die Haare zu waschen oder mit meinen Hunden zu kuscheln, soll ab jetzt (sooft wie möglich) der Vergangenheit angehören! Neben ausreichend Schlaf, gerne auch in Form von Power Naps, ist es angeblich gut und wichtig, sich täglich eine fixe Zeit zu nehmen, in der man ausschließlich macht, was man selbst möchte. Also beispielsweise jeden Tag 30 Minuten „Ich“, von 19:00-19:30. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mir nicht sicher bin, wie man das in einen stressigen Alltag einbauen kann – daher habe ich mich für die Light Variante entschieden und nehme mir einfach wöchentlich einen Abend von und für mich. Neben der inneren Schönheit werde ich auch von außen etwas nachhelfen, und habe in ein etwas höherpreisiges Hautpflege-Set (ich schwöre auf Vichy oder Natur-Marken aus dem Reformhaus) investiert. Auch meine Haare dürfen sich einmal erholen und bekommen eine eigens auf sie abgestimmte Kur – individuelle Produkte und Tipps bekommt man in jeder Apotheke und beim guten Friseur. Was ich generell aber empfehlen kann, sind regelmäßige Ölkuren (Jojoba, Mandel, Olive) für die Kopfhaut, die gerade im Winter dazu neigt, extrem trocken zu werden.
Neben all diesen Dingen ist es natürlich auch wichtig, an andere zu denken – leider passt ein Vortrag über Spenden, Patenschaften oder Toleranz nicht auf diese Seite. Ich wollte es der Vollständigkeit halber aber erwähnt haben ?
Vielleicht konnte ich Sie ja motivieren, ein paar Ihrer Neujahrsvorsätze realistisch zu halten, positiv zu denken und Ihre Ziele so zu setzen, dass sie für Sie persönlich leicht umsetzbar werden… Denn auch das kleinste geschaffte Ziel ist besser als ein großes, was man wieder nicht erreicht hat! In diesem Sinne, ein gutes neues Jahr.

Neujahrsvorsätze nicht nur vornehmen, sondern einhalten

“Ich werde weniger essen. Und wenn ich esse, dann natürlich gesund.” “Es reicht. Ich will nicht mehr so faul sein, ich mache dieses Jahr täglich Sport!” “Ich sage meinem Chef / meiner Schwiegermutter / .... endlich meine Meinung.” “Ich trinke keinen Alkohol mehr und höre heuer wirklich auf zu rauchen.”
Dies und viele andere, sind klassische Vorsätze fürs neue Jahr. Pünktlich zum Jahreswechsel beginnt man sich Gedanken zu machen, was man in den letzten 300 Tagen hätte besser machen können. Schlechtes Gewissen und die Einsicht, dass vielleicht doch nicht alles, was im Moment lustig schien, wirklich klug war.

Es fällt sofort auf, dass sich die meisten Vorsätze um das Thema Gesundheit und / oder das eigene Aussehen drehen. Der Körper ist uns wichtig geworden, zumindest in Gedanken. Ich ertappe mich selbst dabei, wie ich bei Mc Donald’s ein “großes Big Mac Menu mit Pommes, Mayo - und einer Cola light” bestelle. Wie ich mich in zu enge Hosen zwänge, um das Gefühl zu haben, in eine kleine Größe zu passen. Wie ich mich gut fühle nach einem Salat mit Putenbrust, und wie die Gewissensbisse nach zu vielen Weihnachtskeksen kommen.

Der gesunde Lifestyle liegt voll im Trend

Das ist wohl zu einem gewissen Grad menschlich, zumindest in unserer Gesellschaft und unserer Zeit - wo eine geradezu makellose Optik im Fokus steht, und dem Genuss und Wohlfühlen vielmals übergeordnet wird.

Zusätzlich ist der gesunde “Lifestyle” gerade voll im  Trend, wo früher alle “hippen Kids” in Fast Food Läden gelaufen sind, schwimmen sie heute auf der Ökowelle mit. Instagram und andere soziale Netzwerke werden von “selfmade food” geradezu überhäuft. Bio ist eigentlich schon zu wenig, momentan ist gluten-, natrium- und weizenfreie Ernährung voll angesagt. Vegane Kochbücher boomen, und wenn ich mich in meinem Freundeskreis so umsehe, hat Matcha Tee schon längst das gute alte Bier verdrängt. Muskulös ist das neue dünn, gesund das neue sexy.

Prinzipiell eine tolle Entwicklung. Was mich stört, ist der Fanatismus und Extremismus mit dem dieser neue Lebensstil durchgesetzt werden will. Wer Fleisch isst, ist plötzlich grausam und ekelhaft, egal ob er zur Billigware oder zum Rind vom Bauern nebenan greift. Wer statt sein Sugo statt mit Dinkel- weiterhin mit Weizenmehlnudeln isst, lebt generell noch in der Steinzeit.

Aber das ist eigentlich gar nicht das Thema - es ist nur der Grund für viele überzogene Neujahrsvorsätze, die bereits vorm ersten Jänner zum Scheitern verurteilt sind. Damit Sie nicht (zum wahrscheinlich wiederholten Male) in die Neujahrsfalle tappen, hier die besten Vorsätze und Tipps, für eine gelungene Umsetzung.

Nur eigene Vorsätze zählen

Besonders wichtig ist es natürlich, dass es sich bei Ihrem Vorsatz auch wirklich um IHREN Vorsatz handelt. Sich etwas vorzunehmen, weil dies der Partner möchte, oder von Magazinen und Freundinnen propagiert wird, ist von vorneherein sinnlos. Es wird wohl kaum von Erfolg gekrönt sein, wenn Sie sich im Fitnesscenter anmelden oder eine Diät machen, weil ihr Ehemann das von Ihnen erwartet. Was uns keine Freude macht, oder wozu wir keinen persönlichen Ansporn haben, ziehen wir in den allermeisten Fällen nicht durch.

Nur positive Formulierungen

Ein weitverbreiteter Fehler liegt darin, dass viele Ihre Vorsätze negativ formulieren. “Ich möchte nicht mehr rauchen”, “Ich will nicht mehr so dick sein”, “Ich darf nicht mehr soviel Cafe trinken”. Sätze wie “Ich werde gesünder essen”, “Ich will mehr Wasser und ungesüßte Tees zu mir nehmen” usw. usf. sind doch schon viel motivierender.

Die nächste Falle liegt in der Formulierung unserer Vorsätze. Der klassische Vorsatz ist nicht mehr als ein einfacher Wunsch, und vor allem eine unverbindliche Aussage: “Ich möchte dieses Jahr gerne abnehmen.” Überlegen Sie einmal, wie viel seriöser und ernsthafter Ihnen folgender Satz vorkommt: “Im Juli / September / Dezember dieses Jahres habe ich XY Kilogramm abgenommen und wiege nur noch XY kg.” So wird aus einem Wunsch ein Ziel. Am besten halten Sie dieses schriftlich fest. Zusätzlich können Sie sich auch durch einfache Tricks an Ihr Ziel erinnern. In unserem Beispiel (bzgl. der Gewichtsabnahme) wäre das möglicherweise Folgendes: Fotos von Ihnen aus schlankeren Zeiten - gerne auch Fotos von Menschen, die Ihre Traummaße haben - am Kühlschrank. Der Download von Apps, die Ihr Sportverhalten kontrollieren. Motivierende Zitate und Sprüche als Bildschirmschoner am Handy oder Laptop Display. weiterlesen...

Vorsätze formulieren und die Einhaltung planen

Vielen Menschen hilft es, Ihre Ziele nicht nur als Ziele zu formulieren - sondern den ganzen Weg dahin durchzuplanen und aufzuschreiben. Setzen Sie sich an einen Tisch, nehmen Sie sich Zeit, Stift und Zettel und machen Sie ein Brainstorming. Als aller erstes schreiben Sie Ihr Ziel auf. Danach alle Aktionen, die nötig sind, um es zu erreichen. Sie müssen hier noch nicht darauf achten, in welcher Reihenfolge Sie sie aufzählen - Hauptsache, Ihre Gedanken sind niedergeschrieben. Ein Trick, der einigen Bekannten dabei hilft, ist die richtige Formulierung der Aufgabenstellung: “Was müsste ich tun, um mein Ziel MORGEN zu erreichen?” Völlig egal, ob dies unrealistisch ist… Sie werden staunen, was Ihnen dabei alles einfällt.

Danach können Sie sich ruhig eine Pause gönnen, Ihr Gehirn wird sich unterbewusst weiter mit Ihrem Ziel beschäftigen und nach dem perfekten Weg dahin suchen.

Nun erfolgt die Feingliederung der Vorsätze

Wenn Sie wieder ausreichend Zeit und Muße haben, kommen Sie zur Feingliederung ihres Planes. Gliedern sie Ihre Aufgaben und Aktionen nun immer weiter, bis Sie bewältigbare und definierte Unterpunkte haben (z.B.: zweimal pro Woche Sport -> am Wochenanfang ein Ausdauertraining, am Wochenende eine Einheit für den Muskelaufbau > Montag - Mittwoch irgendwann eine Stunde Radfahren / 30 Minuten joggen / 40 Minuten schwimmen / usw. Donnerstag - Samstag irgendwann eine Stunde Hanteltraining / Körpergewichtstraining / usw.).

Nun muss Ihr erster Schritt erfolgen

Wenn Sie nun meinen, damit wäre die größte Hürde geschafft, muss ich Sie leider enttäuschen: die größte Hürde ist immer der erste Schritt! Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Wahrscheinlichkeit, ein Ziel zu erreichen, rasant abnimmt, wenn man nicht 72 Stunden nach der Beschlussfassung den ersten Schritt in Richtung Verwirklichung setzen.

Beginnen Sie also sofort mit der Umsetzung Ihrer Vorsätze und lassen Sie dem inneren Schweinehund keine Chance - Sie werden staunen, wie gut sich das anfühlt!

Bestimmt kennen Sie folgendes Szenario: sobald man in der Gruppe Sport macht, lernt oder arbeitet, lässt man sich von den anderen mitreißen und motivieren. Machen Sie auch bei Ihren Vorsätzen von dieser Tatsache Gebrauch und suchen Sie sich Unterstützung in Form von anderen Mitstreitern! Denn es ist einfach bei Regenwetter dem Schweinehund nachzugeben und den Nachmittag vorm TV, anstatt in der frischen Luft zu verbringen - deutlich schwieriger wird es schon, wenn Ihre Freundin in Windjacke und Laufschuhen auf Sie wartet.

Weiters ist es wichtig, sich nicht zu überfordern, sondern kleine und erreichbare Ziele zu setzen. Es wird kaum von Erfolg gekrönt sein, sich vorzunehmen, im Sommer als Adonis oder Topmodel am Badesee entlang zu spazieren - besser ist es, sich “Zwischenziele” zu setzen, bei deren Erreichung Sie schon mal stolz auf sich sein und sich gebührend feiern können. Beispielsweise: “Wenn ich nur noch XY kg wiege, gehe ich mit meinem Partner fein essen / wellnessen / schön aus.”
Ich persönlich habe mir für das neue Jahr vorgenommen, genau darauf zu achten, mich regelmäßig körperlich zu betätigen, mir bewusst zu werden, wohin mich mein Leben führen soll und mir Zeit für die Leute zu nehmen, die wirklich wichtig sind. Besonders schön finde ich auch den Vorsatz, sich täglich eine gewisse Zeit für sich zu nehmen. Wichtig dabei ist es, sich einen genauen zeitlichen Rahmen zu setzen, in dem man abschalten will. Wenn Sie beispielsweise wissen, Sie arbeiten zu unregelmäßigen Zeiten, dann können Sie sich ja von 21:30-22:00 eintragen. In dieser halben Stunde legen Sie sich auf ihren Lieblingsplatz und denken einfach darüber nach, wie Ihr Tag war. Zeichnen. Hören Musik. Schauen ins Kaminfeuer. Ganz egal was Sie machen, Hauptsache Sie machen es bewusst und alleine. Auch die Idee, jeden Abend im Bett noch einmal den Tag Revue passieren zu lassen, gefällt mir. Das soll helfen, schlecht zu träumen und gibt Ihnen die Chance Probleme gleich dann zu reflektieren, wenn Sie aufgetreten sind.

Die besten Anti-Vorsätze

Für alle Vorsatz-Muffel, die von Neujahrsvorsätzen nichts halten, habe ich noch die besten “Anti-Vorsätze” zusammengefasst, die Sie bestimmt und einfach einhalten können: Nehmen Sie sich einfach vor, sich dieses Jahr nichts vorzunehmen. Oder einmal pro Woche beim Fitnesscenter vorbeizufahren - einfach um zu schauen, ob es eh noch steht. Sie können sich auch vornehmen, sich dieses Jahr einfach etwas früher Gedanken über die Vorsätze fürs nächste Jahr zu machen.