Das Problem kennen Sie sicher: Sie haben sich im Geschäft in einen modischen flauschigen Wollpullover verliebt und mögen ihn nicht anziehen, weil er fürchterlich kratzt. Das gute Stück muss nicht im Kleiderschrank bleiben, denn es gibt einige Methoden, wie Sie Wolle weich bekommen.
Ihr Wollpullover ist flauschig und wärmt gut, weil viele kleine Härchen aus der Oberfläche herausstehen. Dick und kräftige Wollhaare piksen aber ganz leicht in die Haut. Die vielen kleinen Haare reizen Ihre Haut, es juckt und der Pullover fühlt sich kratzig an. Je mehr Haare herausstehen und je dicker diese sind, umso unangenehmer ist das Gefühl auf der Haut. Entscheiden Sie sich bei Ihrem nächsten Einkauf für einen Pullover aus Merino. Die Wolle stammt von einer Schafrasse, die besonders feines Haar hat, daher kratzt dieses Material nicht auf der Haut. Dieser Tipp nützt Ihnen nichts bei einem Pullover, den Sie schon gekauft haben, erspart Ihnen aber künftige Fehlkäufe.
Ihre Haut ist nicht an allen Stellen gleich empfindlich. Meist kratzen sie Pullover unter den Achseln und am Hals, an den Armen spüren Sie dagegen wenig. Tragen Sie ein Shirt mit engem Halsausschnitt und kurzen Ärmeln unter dem Pullover. Wenn Sie sehr empfindlich sind, ziehen Sie einen dünnen langärmeligen Pullover unter den Wollpullover. Mit entsprechenden Pflegeprodukten gelingt es außerdem, die Haare der Wolle weicher zu bekommen. Sie kennen den Effekt sicher von Ihren Haaren. Mit einer Spülung fühlen sie sich weicher an als ohne. Ähnlich positiv wirkt sich Pflege auf Wolle aus. Wenn auch die weichen Haare noch kratzen, hilft nur die Anzahl der Härchen auf der Innenseite des Pullovers zu reduzieren.
Richtiges Waschen von Wolle:
Ihr Wollpullover wird durch Tiefgefrieren alleine nicht weicher. Die Kälte verändert langfristig weder die Struktur noch die Dicke der Fasern. Aber im gefrorenen Zustand sind die Haare der Wolle hart, sie lassen sich leichter abschneiden. Wenden Sie den Pullover und frieren Sie ihn in einer großen Tüte eine Stunde ein. Nun sollten Sie eine Schere bereitlegen. Am besten sind Scheren zum Schneiden der Haare geeignet, da diese leicht gezahnte Schnittflächen haben. Sie halten die Fasern beim Schneiden fest. Nehmen Sie den Pullover aus der Kälte und schneiden Sie die herausstehenden Härchen ab. Falls sie Angst haben das Kleidungsstück zu beschädigen, rasieren Sie mit einem Fusselrasierer. Je glatter der Strick auf der Innenseite ist, um weniger kratzt Sie der Pullover. Er wärmt allerdings auch etwas weniger gut.
Zum Thema Wollwachs sind einige Vorbemerkungen nötig. Es handelt sich um das natürliche Hautfett der Schafe. Es hält Wolle von Natur aus weich. Je mehr Fett auf der Wolle ist, umso weicher fühlt sie sich an. Sie ist aber auch weniger flauschig. Das Wachs trägt die INCI-Bezeichnung Lanolin, es handelt sich um reines Wollwachs. Im pharmazeutischen Bereich ist Lanolin dagegen eine Salbengrundlage, die Wasser und Wollwachs enthält.
Für die Behandlung des Pullovers benötigen Sie reines Wollwachs
Wenn Sie den Pullover zunächst als weich empfinden und nach einiger Zeit ein Jucken auftritt, haben Sie vermutlich eine Wollallergie. Weitere Anzeichen sind Hautrötungen, Quaddeln und Pusteln. Die beschriebenen Methoden Wolle weicher zu machen helfen nicht, wenn Sie gegen Wolle allergisch sind. Sie können den Pullover aber meist über einem Pullover aus Baumwolle tragen. Falls Sie andere Wollkleidung vertragen, sind Sie mit Sicherheit nicht allergisch und werden den Pullover lieben, wenn er weich genug ist.