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Männer und Motorräder

Warum sich so viele Männer ihren Jugendtraum vom Motorrad erfüllen

Schon als kleiner Junge war ich fasziniert von Motorrädern. Wir standen ehrfurchtsvoll vor den Maschinen und rätselten meist, welchen Spruch (Sound) das jeweilige Gerät hat, oder schielten auf den Tacho, wieviel es wohl angeschrieben wäre, d.h. wie weit die Skala beschriftet war. Das die Beschriftung des Tachos nichts mit der Endgeschwindigkeit des Motorrads zu tun hat, ahnten wir damals nicht. Auch der Sound war für uns gleichbedeutend mit Lautstärke.

Das Motorrad war für uns Freiheit & Abenteuer. Sich einfach aufs Bike setzen und losfahren. Den Fahrtwind spüren, kein echtes Ziel vor Augen einfach die Landstraßen dahingleiten. Es war sonnenklar, dass wir uns später ein eigenes Motorrad kaufen müssten.

Warten auf das erste Motorrad

Aber die Durststrecke bis zum ersten motorisierten fahrbaren Untersatz sollte noch sehr lange dauern. Genauer bis zum 16.ten Geburtstag. Mit diesem Alter durften wir nämlich damals mit einem Moped (ohne Führerschein) losfahren. Natürlich nur mit 50ccm und max. 45 km/h.

Aber es war ein gutes Gefühl endlich „erwachsen“ zu sein, mit dem Moped durch die Straßen zu fahren und sich den Wind durch die Haare wehen zu lassen. Ja, ich merke gerade, ich bin bereits so alt, wir durften früher ungestraft ohne Helm mit dem Moped fahren. Die Kleidung hatte den typischen unverwechselbaren Geruch des verbrannten Benzin-Öl Gemischs, das der 2 Takt Motor benötigte. Die Hände rochen nach Benzin und die Fingernägel waren trotz sorgfältigster Reinigung schwarz, weil ahlt immer etwas zum reparieren oder basteln war.

Doch die Beschränkung der Motorisierung und der Geschwindigkeit war natürlich nicht das Gelbe vom Ei und unsere Versuche unser Moped zu tunen, wurden meist relativ schnell wieder durch die Polizei vereitelt und es galt alles wieder zurückzubauen.

Endlich etwas stärkeres fahren

Weiteres Warten war angesagt. Bis zum 18ten Geburtstag. Jetzt wurde der A Führerschein gemacht und das erste Motorrad gekauft. Yamaha DT 600 Tenere. Eine Enduro, mit der es schon ziemlich Spaß machte durch die Landstraßen zu kurven, nur auf der Autobahn machte sie infolge der aufrechten Sitzposition nicht ganz so viel Spaß.

An dieser Stelle ein kleiner Exkurs zu den gängigsten Varianten der Motorräder:

Allrounder

Im Alltag einsetzbare Maschinen, die auch für den Anfänger gut geeignet sind. Sie bieten hohen Komfort, gutes Handling und legen Wert auf gute Ausstattung, wie beispielsweise ABS.

Chopper/Cruiser

Der Klassiker und auch der Traum vieler Männer. Geht auf die Kultmarke Harley Davidson zurück. Nicht so leicht zu fahren, wie man vermuten könnte, weil sie ein hohes Gewicht mitbringen. Preislich auf oberem Niveau. Wer sich keine originale Chopper (Harley) leisten kann oder will, greift auf ähnliche (Cruiser) zurück. Als Einstieg ist die Yamaha Virago mit ihren 125ccm beliebt.

Naked Bike

Motorräder ohne Verschalung sind derzeit sehr beliebt. Der puristische Blick auf den Motor, das schlichte macht diesen Typ aus. Bei Anfängern beliebt die KTM Duke mit 125ccm, welche in Österreich bereits mit 16 Jahren mit A1 Führerschein zu fahren ist.

Rennmaschine/Superbike

Rennmaschinen oder auch Superbikes genannt sind präzise Geräte die bis zu 300km/h schnell sind. Vor allem japanische und italienische Hersteller haben sich hier einen Namen gemacht. Die Zielgruppe sind geübte Fahrer, die eine sportliche Fahrweise bevorzugen.

Tourer

Das bequeme Langstreckenfahrzeug für lange Strecken. Durchzugsstarke Motoren, gute Federung komplette Ausstattung sind Merkmale dieser Fahrzeuge. Bekannt ist hier vor allem die Honda Goldwing.

Enduro

Mit einem Hauch von Offroad kommt die Enduro daher. Bietet aber auch auf der Straße großes Fahrvergnügen. Hohe Sitzhöhe, Wendigkeit und äußerst agiles Fahrverhalten zeichnen diesen Typ aus.

Motocross

Stollenreifen, 2 Takt Motoren mit hoher Drehzahl und geringes Gewicht. Das sind die typischen Merkmale der Motocross Bikes. Für Gelände gebaut sind diese optisch ansprechenden Motorräder aber nur bedingt straßentauglich. Wer damit auf der Straße fahren möchte, sollte prüfen, ob es überhaupt eine Zulassung gibt. Auch handwerkliches Geschick ist bei den hochtourigen doch eher empfindlichen Motoren bei Straßenbetrieb von Vorteil.

Supermoto

Die straßentaugliche Version des Motocross Bikes. kleinere Straßenreifen, 4 Takt Motor und Straßenzulassung machen diese Motorräder derzeit zum Trend. Bei Einsteigern beliebt die Yamaha WR 125 X, welche in Österreich mit dem A1 Führerschein ab 16 Jahren zu fahren ist..

Motorroller

Eigentlich außer Konkurrenz ist der Motorroller das Fahrzeug für die Stadt mit engen Straßen und Sieger bei der Parkplatzsuche. Wer es etwas kultiger mag, greift zur Vespa. Im besten Fall als restaurierter Oldtimer.

Das erste Motorrad wird wieder verkauft

Wie es bei den meisten kommt, kam es auch bei mir. Es bekamen plötzlich andere Dinge Priorität, das Geld war knapp und das Motorrad wurde verkauft. Das Auto war einfach bequemer und sicherer. Beides ging sich nicht aus.

Aber im Hinterkopf blieb der Wunsch nach dem Motorrad immer bestehen. Es änderte sich aber das Bild des Motorrads, das der Traum war. Die Chopper war nun angesagt. Harley Davidson, die Marke, welche den Namen Chopper überhaupt geprägt hat. Kräftiger Motor, kerniger Sound. Bequeme Sitzposition, viel Chrom. So sollte das nächste Bike aussehen.

Wenn nur der Preis der Harleys nicht wäre. Daher wurde der Wunsch von Jahr zu Jahr verschoben.

Die Wünsche ändern sich

Bei einem Klassentreffen kam ich ins Gespräch mit meinen früheren Klassenkameraden. Das Thema Motorrad war nicht nur bei mir ein Thema. Aber es gab da noch ein anderes Thema. Nämlich das Thema Oldtimer. Warum also nicht beide Themen kombinieren?

So ab 50 kommt ja die Zeit, in der Männer sich dazu entscheiden sich wirklich wieder ein Motorrad zu kaufen. Manche nennen es MidLife Crisis, ich nenne es die Zeit, in der man einfach die nötigen Mittel hat, um sich manche Träume zu erfüllen, die in jungen Jahren einfach nicht erfüllt werden können.

Das Haus ist abbezahlt und es bleibt am Ende des Monats etwas übrig, für das man sich auch ein wenig Luxus leisten kann.

Also ein altes Motorrad erwerben und dieses restaurieren. Nicht die Perfektion und die Geschwindigkeit waren das Ziel. Nein, der Charme vergangener Zeiten, die Geschichte, die ein Motorrad erlebt hatte, die Kilometer, die ein alter Motor hinter sich gebracht hatte.

Es begann die große Recherche. Nach einiger Zeit manifestierte sich wieder ein neuer Wunsch. BMW R60. Das Baujahr fällt in die Zeit meiner Geburt. Es wäre möglich sich eine Jahrgangs-BMW zuzulegen. Wenn nur die Preise für diese edlen Stücke nicht wären. Sogar für stark restaurationsbedürftige Objekte werden tausende Euro veranschlagt.

Noch immer keine Entscheidung

Um es für den interessierten Leser abzukürzen, derzeit fahre ich manchmal mit der Yamaha Supermoto meines Sohnes. Das Fahren macht Spaß. Leicht, wendig, schöner ruhiger 4 Takt Motor. Brav und folgsam in den Kurven. Für Fahranfänger zu empfehlen.

Aber ich habe mich noch immer nicht entschieden, welches das Objekt meiner Träume ich mir zulegen soll.